

Medikamente gegen Rosacea: Welche helfen wirklich?
Obwohl Rosacea (auch Rosazea) bislang nicht heilbar ist, gibt es inzwischen eine ganze Reihe an Medikamenten, die die typischen Rötungen im Gesicht abschwächen und Dir den Alltag mit der Erkrankung deutlich erleichtern. Wir zeigen Dir, welche helfen.
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Inhaltsverzeichnis
Medizinisch geprüft von:
Dr. med. Sarah Bechstein
Artikel wurde zuletzt aktualisiert am 12. Juni 2023

Was ist Rosacea?
Rosacea ist eine chronisch-entzündliche Hautkrankheit, deren Ursprung bei heute nicht vollständig erforscht ist. Man geht jedoch davon aus, dass bei der Entstehung der Krankheit genetische Veranlagungen und der Kontakt zu bestimmten Umwelteinflüssen eine zentrale Rolle einnehmen. Charakteristisch für eine Rosaceaerkrankung sind stark gerötete Hautstellen auf Stirn, Nase, Wangen und Kinn.
Während eines Schubs entstehen oft auch Bläschen, Knötchen und erkennbare Äderchen auf den gereizten Hautpartien. Ohne eine angepasste Therapie kann sich in schweren Formen die typische Knollennase bilden: Bei diesem sogenannten Rhinophym wird die Nasenhaut dicker und rötet sich.
Medikamente bei Rosacea: Was hilft?
Bis heute ist es nicht möglich, Rosacea vollständig zu heilen. Es gibt jedoch einige Medikamente, die sich positiv auf den Krankheitsverlauf auswirken, die typischen Symptome lindern und die Zeiträume zwischen den Schüben verlängern. In der Regel werden die Wirkstoffe topisch angewendet, das bedeutet, sie werden als Inhaltsstoffe von Cremes, Salben und Gels äußerlich auf die Haut aufgetragen.
Zeigen diese Medikamente keine Wirkung oder sind die Symptome sehr stark, werden zusätzlich auch zu systemischen Therapieformen in Form von Tabletten gegriffen. Zusätzlich zu den bekannten und bewährten Wirkstoffen wurden in den letzten Jahren auch einige neue Medikamente gegen Rosacea entwickelt.
Medikamente gegen Rosacea: Cremes, Gels & Salben
Bei leichten Formen des ersten und zweiten Grades werden in der Regel verschreibungspflichtige Cremes und Gele als Medikamente gegen Rosacea eingesetzt. Je nach Schwere und Ausprägung der Rosacea werden die Wirkstoffe allein oder als Wirkstoffkombination eingesetzt. Welche Medikamente für die persönliche Situation am besten geeignet ist, kann nur ein/e erfahrene Ärzt*in festlegen. Grundsätzlich haben sich aber Präparate mit den folgenden Wirkstoffen bewährt:
- Metronidazol: Metronidazol ist ein Antibiotikum, das zur Behandlung von Rosacea in Form von Gelen oder Cremes morgens und abends auf die Haut aufgetragen wird. Es ist das am meisten eingesetzte Medikament gegen Rosacea und kann aufgrund seiner entzündungshemmenden Wirkung oft bereits nach vier Wochen Hautverbesserungen bewirken.
- Azelainsäure: Dieser Wirkstoff hat antibakterielle Eigenschaften und kann genau wie Medikamente mit Metronidazol die Rosacea-Symptome lindern. In der Regel wird Azelainsäure für die Aknebehandlung eingesetzt, um bakterielle Infektionen abzuschwächen. Da sich Akne und Rosacea in gewissen Stadien die Symptomatiken ähneln, wird Azelainsäure auch für die Behandlung von Rosacea verschrieben.
- Ivermectin: Eine Behandlung mit Ivermectin wird immer dann angeordnet, wenn ein parasitärer Befall der Haut vorliegt, etwa durch Haarbalgmilben. Solche Milben können unter Umständen für die Hauterscheinungen der Rosacea verantwortlich sein. Ivermectin tötet nicht nur Parasiten ab – der Wirkstoff sorgt nach einem Roscea-Schub auch für die Wiederherstellung eines ebenmäßigen Hautbildes. Medikamente gegen Rosacea mit Ivermectin werden von vielen Patient*innen gut vertragen, da sie milder wirken, als etwa Medikamente mit Metronidazol.


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Systemische Medikamententherapie gegen Rosacea
Liegen schwere Formen der Rosacea vor oder reagieren Patient*innen nicht auf topische Behandlungsformen, können Ärzt*innen Medikamente in Form von Tabletten gegen Rosacea anordnen. Meistens werden sie dabei in Kombination mit einer wirkstoffhaltigen Creme verschrieben.
Wichtig: Da manche Medikamente Wechselwirkungen mit anderen Wirkstoffen auslösen, muss die medikamentöse Behandlung immer mit einem/r Mediziner*in abgesprochen werden. Oft werden für die Behandlung von Rosacea folgende systemische Medikamente eingesetzt:
- Doxycyclin: Das Medikament Oracea mit dem Wirkstoff Doxycyclin ist, stand heute, das einzige zugelassene, systemische Medikament gegen Rosacea. Das Antibiotikum gehört zur Wirkstoffgruppe der Tetrazykline. Bei der Behandlung von Rosacea spielen seine antibakteriellen Eigenschaften keine Rolle, sondern die entzündungshemmende Wirkung. Zusätzlich dazu hemmt das Medikament die Gefäßneubildung. Da gewisse Lebensmittel die Wirkung von Doxycyclin hemmen und durch die systemische Verwendung Nebenwirkungen, wie Sonnenunverträglichkeit, auftreten können, müssen die Auswirkungen der Medikation immer eng mit einem/r Spezialist*in besprochen werden.
- Isotretinoin: Bei einem beginnenden Rhinophym wird unter Umständen eine mehrmonatige Therapie mit Isotretinoin-Kapseln angeordnet. Dieser Wirkstoff wird normalerweise zur Behandlung von sehr starker Akne eingesetzt und ist in Deutschland nicht für die Behandlung von Rosacea zugelassen, wodurch es nur im “off-label-use”eingesetzt werden kann. Eine Behandlung mit Isotretinoin ist für schwangere Frauen und Kinder nicht geeignet.
Neue Medikamente bei Rosacea
In den letzten Jahren wurden einige neue Medikamente gegen Rosacea zugelassen. Der bekannteste Wirkstoff ist dabei Brimonidin, das seit 2014 zur Behandlung der Gesichtsrötungen eingesetzt wird.
Brimonidin wird als Gel auf die geröteten Hautpartien aufgetragen und sorgt dafür, dass sich die Blutgefäße der Haut verengen, wodurch die Rötungen abgeschwächt werden. Der Wirkstoff wird für seine schnelle Wirksamkeit bei akuten Rötungen geschätzt: Die Wirkung setzt in der Regel schon nach 30 Minuten ein und hält bis zu 6 Stunden an.
Andere Symptome und die Ursachen der Rosacea werden von dem Medikament nicht beeinflusst. Brimonidin darf nicht auf verletzter Haut, wie bei einem Sonnenbrand oder nach einer Laserbehandlung, verwendet werden, da der Wirkstoff so in den Blutkreislauf gelangen und dort teils starke Nebenwirkungen verursacht.
Andere neue Medikamente gegen Rosacea enthalten den Wirkstoff Oxymetazolin. Oxymetazolin gehört zur Gruppe der Sympathomimetika und wird als Creme zur äußerlichen Behandlung von Rosacea verwendet. Die tägliche Nutzung des Medikaments führt, genau wie Brimonidin, zu einer Gefäßverengung, zusätzlich werden Oxymetazolin entzündungshemmende Eigenschaften zugesprochen. Der Wirkstoff ist seit 2017 in den USA zugelassen, dortige Studien konnten dabei eine gute Wirksamkeit gegenüber den Hautrötungen der Rosacea feststellen.


Rosacea-Medikamente: Diagnose & Behandlung
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Was hilft noch gegen Rosacea?
Auch bei der Verwendung der besten Medikamente gegen Rosacea können unangenehme Nebenwirkungen auftreten. Um die Notwendigkeit einer Medikation so niedrig wie möglich zu halten, solltest Du einige Hinweise bezüglich eines hautfreundlichen Lebensstils zu beachten. Besonders wichtig ist dabei, neben einer angepassten, reichhaltigen Hautpflege, die Vermeidung von bestimmten reizenden Umwelteinflüssen.
Die richtige Hautpflege bei Rosacea
Weniger ist mehr – bei der Zusammenstellung Deiner Pflegeroutine gegen Rosacea solltest Du auf Produkte zurückgreifen, die frei von irritierenden Inhaltsstoffen, wie Konservierungsmitteln, Alkohol oder ätherischen Ölen sind. Solche Stoffe können die Haut reizen und die Rötungen verstärken. Daher sind auch Wirkstoffe wie Menthol oder Eukalyptus ungeeignet, da diese die Durchblutung der Haut zusätzlich anregen.
Du solltest besser zu milden, feuchtigkeitsspendenden Stoffen wie Hyaluronsäure, Tocopherol, Panthenol oder Ceramiden greifen. Nutze die Produkte mindestens zweimal am Tag, da nur so sichergestellt werden kann, dass Deine Haut den ganzen Tag mit pflegenden Stoffen versorgt wird. Neben einer feuchtigkeitsspendenden Pflege gehört ein ausreichender Sonnenschutz ebenfalls zu den wichtigsten Bestandteilen einer Pflegeroutine bei Rosacea.
Rosacea: Triggerfaktoren vermeiden
Auch die beste Hautpflegeroutine wirkt nur dann, wenn zusätzlich darauf geachtet wird, gewisse Umwelteinflüsse zu meiden, die dafür bekannt sind, Symptome zu verstärken oder einen Schub sogar erst auszulösen. Einige dieser Trigger sind unter anderem:
- Starke UV-Strahlung (Sonnenbäder, Solarium)
- Hitze (auch heiße Bäder)
- Kosmetik und Pflegecremes mit irritierenden Stoffen
- Hautneutraler pH-Wert
- Medikamente
- Konsum von Kaffee, Alkohol, Nikotin
- Hohe Stressbelastung
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